Spielerberater

Was du unbedingt wissen solltest
(Alb)traumberuf
Um auf die Gefahren der Fußballbranche aufmerksam zu machen hat die VDV – Vereinigung der Vertragsfußballspieler das Informationsblatt „Fußballprofi – Ansichten eines ‚Traumberufs'" veröffentlicht. Dabei geht es um die vielen Facetten der Branche die den Traumberuf schnell zum ‚Albtraum' werden lassen können, wenn man nicht die richtigen Leute um sich hat, die sich um seinen nachhaltigen Erfolg kümmern.
Wir möchten ebenfalls auf diese Gefahren aufmerksam machen und nutzen dafür die Informationen des VDV, da es sich dabei nicht um Annahmen, sondern um real erlebte Erfahrungen gestandener Fußballprofis handelt und wir die jungen Talente dadurch sensibilisieren wollen, egal für welchen Berater sie sich entscheiden.
Spielerberater
Die Auswahl des Spielerberaters sollte nicht ausschließlich auf seinem Bekanntheitsgrad oder seinem Netzwerk basieren, viel wichtiger ist, dass er sich tatsächlich für deine Persönlichkeit interessiert. Ein Spielerberater kann dir durch sein Know-How, seiner Aufrichtigkeit und seiner Vermarktungsstrategien einen erheblichen Vorteil in deiner Karriere verschaffen. Jedoch kann dir ein falscher Berater, der aus wirtschaftlichen Zwängen handelt und damit nicht deine Interessen verfolgt, auch schaden. Dies sollte dir bewusst sein und daher bedarf es einer genausten Prüfung des Beraters.
Wenn du dich dazu entscheidest mit einem Berater arbeiten zu wollen, sollten die Verträge nicht nur von deinen Eltern gegengelesen, sondern auch von Fachleuten geprüft werden, da einige dieser Verträge versteckte Klauseln enthalten.
Umgang mit Medien
In der heutigen Zeit steht ein Fußballprofi quasi rund um die Uhr im Fokus der Öffentlichkeit. Wenn es gerade nicht auf dem Platz ist, dann finden einen die Fotografen auch außerhalb des Platzes. Zu schnelles Autofahren oder ein Discobesuch nach einer Niederlage können dabei sehr schnell dem Image eines Spielers schaden. Die Außendarstellung der Medien kann man nicht immer selbst beeinflussen. Sein Auftreten in den Sozialen Netzwerken allerdings schon. Du entscheidest selbst, welche Rolle du in der Öffentlichkeit einnehmen willst. Hierzu ist ein Berater mit einem guten Know-How im Bereich Social Media essentiell, er kann mit dir gemeinsam ein passendes Konzept erarbeiten, sodass du authentisch bleibst aber dein Image auch nicht ungewollt geschädigt wird. Ein Medientraining zum Umgang mit Presse, Radio und Fernsehen ist dabei auch nicht unwichtig.
Umgang mit Geld
Lediglich ca. zehn Prozent der Profifußballer haben am Ende ihrer Karriere finanziell ausgesorgt. Dagegen haben etwa 25 Prozent am Ende ihrer Karriere mehr Schulden als Vermögenswerte, verglichen mit dem überdurchschnittlichen Gehalt, welches Profis für ihre Leistungen verdienen, ist dies eine erschreckende Zahl. Doch daran sind in vielen Fällen nicht die Profis selbst Schuld sondern die Berater, die ihnen schlechte Deals vorschlagen und in fragwürdige Projekte investieren wollen. Auch in der Absicherung sollte dein Geld vernünftig eingesetzt werden. Man muss immer damit rechnen, dass die Karriere schneller vorbei sein kann, als man sich das vorstellt. Eine schwere Verletzung kann dabei schon im jungen Alter ein Karriereende bedeuten. Wenn man nicht richtig abgesichert ist, kann dies zum finanziellen Ruin führen. Daher solltest du mit deinem Berater genauestens besprechen, was dir wichtig ist und dementsprechend gemeinsam mit ihm Deals bei seriösen Versicherungen abschließen. Windige Versicherungsvertreter locken dabei immer wieder mit Billigversicherungen, die aber häufig im Ernstfall Auszahlungen verweigern.
Bildung
Natürlich ist es wichtig, dass ein sehr großer Fokus auf der sportlichen Karriere liegt, wenn du den Sprung zum Berufsfußballer in einer der höchsten Ligen anstreben willst. Bei vielen Beratern ist die Bildung neben dem Fußball dabei eher zweitrangig, da sie damit kein Geld mit dir verdienen können. Es ist aber essentiell sich auch neben dem Platz weiterzubilden. Etwa 80 Prozent der Profis verfügen im Alter von 30 Jahren über keine vorzeigbare berufliche Qualifikation. Dies liegt aber nicht am "dummen Fußballer" sondern meist an der schweren Vereinbarkeit von Sport und dualer Bildung. Wenn der Berater dann auch keinen Wert darauflegt, wird es schwierig selbst dazu zu kommen. Daher ist es wichtig einen Berater zu haben, der mit dir ein Modell zur nebenberuflichen Bildung aufstellt, um auch nach der Karriere eine rosige berufliche Zukunft sicherstellen zu können.

 

Quelle: „Fußballprofi – Ansichten eines ‚Traumberufs', VDV – Vereinigung der Vertragsfußballspieler